
April-Angebote des FuD Helmstedt
30. März 2026
Ein ganz normaler Nachmittag in der Seelenschaukel
30. März 2026Nach fünf Jahren endet das inklusive Projekt „Vielfalt am Nachmittag“ der Lebenshilfe Helmstedt-Wolfenbüttel. Was zunächst unter schwierigen Bedingungen während der Corona-Pandemie startete, entwickelte sich zu einem festen und beliebten Angebot für Kinder und Familien in Wolfenbüttel.
Durchgeführt wurde das Projekt unter anderem in den Kindergärten Löwenzahn und Siebenstein, die beide zur Lebenshilfe Helmstedt-Wolfenbüttel gehören. Von Beginn an stand ein Gedanke im Mittelpunkt: Inklusion erlebbar machen – für alle Kinder.
Das Angebot richtete sich bewusst an eine vielfältige Gruppe: Kinder mit und ohne Behinderung, Kinder mit besonderem Unterstützungsbedarf ebenso wie Kinder, die im Alltag als „auffällig“ gelten. Viele von ihnen hätten in klassischen Freizeitangeboten nur schwer einen Platz gefunden. Bei „Vielfalt am Nachmittag“ war genau das anders – hier waren alle willkommen.
In den ersten Jahren standen kreative und bewegungsreiche Angebote wie Basteln und freies Spielen im Vordergrund. In den letzten zwei Jahren entwickelte sich das Projekt zunehmend zu einem gezielten Turnangebot. Dabei ging es jedoch um weit mehr als Bewegung: Die Kinder lernten voneinander, begegneten sich auf Augenhöhe und entwickelten ein Verständnis füreinander.
So kamen Kinder ganz selbstverständlich mit unterschiedlichen Lebensrealitäten in Kontakt – etwa mit Rollstuhlfahrerinnen und Rollstuhlfahrern, mit autistischen Kindern und vielen weiteren. Berührungsängste konnten abgebaut und neue Perspektiven gewonnen werden. Auch Eltern profitierten vom Austausch, und es entstanden Freundschaften, die ohne dieses Angebot möglicherweise nie entstanden wären.
Wie wertvoll das Angebot für Familien war, zeigen auch die Rückmeldungen der Eltern: „So ein geniales Projekt – unser Kind ist so gern gekommen“, berichtet eine Mutter. Eine andere sagt: „Bei Ihnen konnte mein Kind teilnehmen und war beim Kinderturnen wie alle anderen Kinder auch.“ Auch die Rahmenbedingungen wurden besonders geschätzt: „Ihre kleinen Gruppen und Ihre Mitarbeitenden haben meinen Sohn wunderbar auffangen können.“
Ein besonderes Anliegen des Projekts war zudem die Arbeit mit jungen Ehrenamtlichen. Sie erhielten die Möglichkeit, erste Erfahrungen im sozialen Bereich zu sammeln und den inklusiven Gedanken praktisch zu erleben. Dabei wurde deutlich: Inklusion ist möglich – wenn Rahmenbedingungen stimmen. Dazu gehören ein klar strukturierter Ablauf, gezielte Spiel- und Bewegungsangebote sowie ausreichend Personal. Vor allem aber braucht es engagierte Menschen, die Inklusion mit Überzeugung leben.
Ermöglicht wurde das Projekt durch die Förderung der Aktion Mensch. Ohne diese Unterstützung hätte „Vielfalt am Nachmittag“ in dieser Form nicht stattfinden können.
Auch das Logo des Projekts – ein Bonbon – stand sinnbildlich für die Idee hinter dem Angebot: „Vielfalt am Nachmittag“ sollte ein kleines Extra im Alltag sein, etwas Besonderes, auf das sich Kinder freuen konnten.
Mit dem Ende des Projekts geht für viele Kinder auch ein wichtiger Ort der Teilhabe vorerst verloren. Gleichzeitig bleibt die Verbindung bestehen: Zahlreiche Kinder wechseln in andere Angebote der Lebenshilfe, insbesondere in Schulkindprojekte. Ergänzend dazu gibt es nun auch das Angebot „Eltern-Kind-Turnen“ im Familienunterstützenden Dienst (FuD), das dort gut integriert werden kann und neue Möglichkeiten der Teilhabe schafft.
Die Verantwortlichen blicken mit großer Dankbarkeit auf die vergangenen Jahre zurück. „Vielfalt am Nachmittag“ hat gezeigt, wie bereichernd gelebte Inklusion sein kann – für Kinder, Familien und alle Beteiligten.
Carolin-Susanne Bachmann
c.bachmann@lebenshilfe-he-wf.de







