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Ministerpräsident Stefan Weil zu Gast bei der Lebenshilfe

Ministerpräsident Stefan Weil zu Gast bei der Lebenshilfe

 

Stefan Weil, Ministerpräsident des Landes Niedersachsen besuchte im Beisein von Bundestagskandidatin und aktuell gewählter Abgeordneten, Dunja Kreiser sowie dem SPD-Bürgermeister-Kandidaten Dennis Berger und der Landrätin des Landkreises Wolfenbüttel, Christiana Steinbrügge, die Einrichtungen der Lebenshilfe am Blauen Stein.

Dabei konnte er sich im Werkstattbereich von der Vielfältigkeit und Qualität der Arbeit überzeugen. Die Menschen mit Behinderung haben während des Rundganges ihre Tätigkeiten vorgestellt und erklärt. Im Beisein des Werkstattrates wurde natürlich auch über aktuelle Themen diskutiert, z.B. die Verlagerung von Aufträgen der Volkswagen AG aus hiesigen Lebenshilfen nach China. Der/die amtierende  Ministerpräsident*in ist Mitglied im Aufsichtsrat von Volkswagen und kann sich für die Belange von Menschen mit Behinderung einsetzen. Ein weiteres Anliegen war, die aus Sicht vieler Beschäftigter, ungerechte Abzweigung von Sonderzahlungen in der Grundsicherung. „Wir haben vor Corona 250,-€ Weihnachtsgeld bekommen. Darüber haben sich alle Kolleginnen und Kollegen sehr gefreut. Bei vielen Beschäftigten wird dieses Geld dann aber von der Grundsicherung abgezogen, sodass am Ende nichts übrig bleibt“, so Kai-Richard Meyer, der Vorsitzende des Werkstattrates. Weil versprach , sich diese Problematik genauer anzuschauen. Darüber hinaus wurden die Gäste nach Beschäftigungsmöglichkeiten für Menschen mit Behinderung außerhalb von Werkstätten befragt. Land, Kreise und Kommunen hinken hier noch hinterher. „Hier besteht noch Nachholbedarf“, waren sich die Politiker einig.

Im Anschluss wurde die Wohneinrichtung am Blauen Stein besucht. Die Bewohnervertretung wies auf die unbefriedigende Lage auf dem allgemeinen Wohnungsmarkt hin. „Es gibt nur wenig barrierefreien und Bezahlbaren Wohnraum für Menschen mit Behinderung“, bemerkte Tobias Breuer. Weil machte deutlich, dass dies ein großes Problem im Land darstellt, nicht nur für Menschen mit Behinderung.

Den Wunsch eines waschechten Bayern München Fans, ob er denn beim nächsten Besuch nicht einmal den Markus Söder mitbringen könne, musste der Ministerpräsident leider ausschlagen.

Geschäftsführer Bernd Schauder betonte, wie wichtig der Lebenshilfe die verschiedenen Selbstvertretungs-Gremien sind: „Wir arbeiten vertrauensvoll und transparent mit dem Werkstattrat, der Bewohnervertretung und den Frauenbeauftragten zusammen. Gerade in der zurückliegenden schwierigen Zeit, haben wir uns wöchentlich über Videokonferenzen ausgetauscht. Die Vorsitzenden sind, wie auch beim Betriebsrat, von der Arbeit freigestellt, verfügen über ein eigenes Büro, sind digital vernetzt und können sich intensiv für die Belange ihrer Kolleginnen und Kollegen einsetzen“.

Joop van den Heuvel, Vorsitzender der Lebenshilfe e.V. bedankte sich bei allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in den Krippen, Kindergärten, Werkstätten und Wohneinrichtungen für die geleistete Arbeit während der Corona Pandemie: „In einigen Wohnstätten hatten wir Corona-Infektionen. Hier mussten die Bewohner*innen in Quarantäne. Alle Kolleginnen und Kollegen mussten in Schutzkleidung arbeiten und waren in ständiger Sorge. Das war eine schwierige Zeit, wo alle bis an ihre Grenzen gegangen sind“.

Nach der abschließenden Diskussionsrunde und einer Tasse Kaffee kam dann noch etwas Erstaunliches heraus. Vor der Lebenshilfe befand sich am Blauen Stein ein Heim für Kriegswaisen und später für jugendliche Flüchtlinge aus der DDR. Heimleiter war der Pädagoge Otto Karguth aus Wolfenbüttel. Die Familien Karguth und Weil waren befreundet. „Ich war als Kind sehr oft hier in Wolfenbüttel bei der Familie Karguth zu Besuch. Daher kenne ich auch die Bezeichnung Blauer Stein“, so der Ministerpräsident.

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